Das deutsche Mittelgebirge zeichnet sich vielerorts durch gute Windverhältnisse in seinen Höhenlagen aus. Dies gilt auch für die bewaldeten Regionen des Sauerlandes.

Die Nutzung der Windkraft in diesen Gebieten ist aufgrund der Zielvorgaben zum Ausbau der Erneuerbaren Energien daher sinnvoll, soweit die berechtigten Interessen des Natur- und Artenschutzes berücksichtigt werden. Neben einem möglichst geringen Eingriff in den Baumbestand, ist insbesondere auch der Schutz der Lebensräume verschiedener Vogel- und Fledermausarten zu berücksichtigen.

Die heute gängigen Montageverfahren zur Errichtung von Windenergieanlagen erfordern den Einsatz von „schwerem Gerät“ wie große Mobil- und Raupenkräne. Hierfür sind insbesondere bei Waldstandorten größere Flächen für Transportwege (Lichtraumprofile) und Kranstellflächen zunächst zu roden und dann größtenteils über die gesamte Betriebsphase des Parks auch vorzuhalten. Dies steht den Zielen des Natur- und Landschaftsschutzes entgegen und führt zu Akzeptanzproblemen beim Bauen im Wald. Daher gilt es auch hier, den Eingriff in die Natur durch innovative Montageverfahren so gering wie möglich zu halten.

Ziele des Bundes, des Landes Nordrhein-Westfalen und des Naturschutzbundes Deutschland e.V.

Wenige Monate nach der verheerenden Atomreaktorkatastrophe von Fukushima hat die deutsche Bundesrepublik den endgültigen Ausstieg aus der Atomenergie beschlossen. Bis zum Ende des Jahres 2020 soll der Anteil der Erneuerbaren Energien an der deutschen Stromversorgung von heute 20 % auf 35 % steigen.

Das Land Nordrhein-Westfalen will Vorreiter beim Klimaschutz werden. Im Juli 2011 wurde ein neuer Winderlass veröffentlicht, der einen Ausbau der Windenergie von heute 3 % auf mindestens 15 % im Jahr 2020 vorsieht. Hierzu sollen zusätzliche, für die Nutzung der Windkraft geeignete Flächen ausgewiesen werden, wobei richtigerweise die Interessen des Natur- und Artenschutzes gewahrt bleiben müssen. Von zentraler Bedeutung für das waldreiche Sauerland wird hierbei die Öffnung potenzieller Waldstandorte unter Aufhebung von Höhenbeschränkungen für Windenergieanlagen sein.

Der Naturschutzbund Deutschland e.V. – NABU – hat bereits im November 2007 ein Grundsatzprogramm Energie beschlossen. Um den Anforderungen des Klimaschutzes gerecht zu werden und gleichzeitig negative Auswirkungen auf die biologische Vielfalt so gering wie möglich zu halten, wird hierin ein naturverträglicher Ausbau der Erneuerbaren Energien auf 30 % bis zum Jahr 2020 gefordert.